Jan 202013
 

Auch im letzten Jahr gab es wieder allerlei Diskussionen, inwieweit die „neuen“ Streamingservices und die gleichzeitige Möglichkeit, neue Albem dort gratis oder im Rahmen eines Abos zu streamen, für geringen Albumverkäufe verantwortlich sind, also diese kanibalisieren.  Die Seite digtialmusic.org hat anhand der letztfährigen Billbord Charts sich einige Alben angesehen und in folgender Infografik illustriert, welche alben in den Top100 auch gestreamt werden konnten und welche nicht. Allerlei Futter für die Verfechter beider Seiten, es ergibt sich ein klares JAIN.

Inforgrafik zur Aknnibalisierung von Albumverkäufen ducrh Spotify & co

Dez 122012
 

Der Siegeszug der neuen Streamingservices ist ungebrochen. Spotify kündigte letzte Woche in Steve Jobs Manier mit der Unterstützung von Metallica auf einem Launchevent, weltweit übertragen per Streaming zu lokalen Business Events, ihren neuen Client Social 2.0 an und sorgte jüngst mit ihrer Kooperation mit deer deutschen Telekom für Furore (diese bietet Spotify im Pakte auf T-Mobile an. Der Clou: Das Datenkontingent bleibt vom Spotify Traffic unberührt). Deezer baut seine Territorien weiter aus, der relativ junge Service Juke, betrieben von der deutsch/dänischen Firma 24-7, die schon seit Jahren in Dänemark den mobilen Streaming Service auf  TDC betreibt, wirbt mit einer Kooperation mit SONOS, und bietet den Sonos 3 Player inklusive Bridge und 6 Monate JUKE im Paket an.

In der Musikindustrie sind diese neuen Formate nicht immer auf Gegenliebe gestoßen, insbesondere große Künstler kritisierten die auf den ersten Blick niedrige Vergütung, aber der Auftritt von Metallica bei der Spotify Veranstaltung  letzte Woche zeigt einen Paradigmenwechsel. So scheinen die großen Streaming Services sich finanziell schon zu rechnen, fristen in Deutschland aber noch ein Nischendasein. Liegt die mangelnde Populärität an dem angeblich in Deutschalnd so verankerten „Besitzstreben“ von Dingen, also auch von Musik? Oder ist Streaming in Deutschland mit seinen ganzen technischen Einschränkungen einfach zu nischig und kompliziert, hört der heutige Musikkonsument immer noch lieber im Wohnzimmer auf der Stereoanlage seine Musik, als mobil oder am Rechner? Und wie ließe sich das ändern?

Sonos Setup ScreenshotFakt ist, dass Napster zwar weit entfernt vom Massenpublikum ist, aber dennoch seit Beginn an solide Nutzerzahlen zu verzeichnen hat. Und mit der zunehmenden Mobilisierung von Musik und auch den neuen Hardwarekonzepten zur Nutzung von digitaler Musik abseits des Rechners, scheint sich das Tor zu einem großes Marktpotential zu öffnen. U.a. bietet SONOS  als Hardwarehersteller ein System an, was die verschiedensten digitalen Services integriert hat und auch andere Bibliotheken wie ITUNES abspielen kann und auch als Streamingclient von Musibibliotheken im Heimnetzwerk fungieren kann. Pünktlich zu Weihnachten ( 🙂 )hab mir schonmal ein Geschenk in Form eines Sonos Play:5 All-in-one-Player (mit 5-Wege-Lautsprechersystem) mit Brigde (dem Sonos eigenen WLAN Transmitter) gemacht, um mal zu testen, wie digitaler Musikkonsum außerhalb der Computerumgebung funktioniert.

Von Null auf Hundert in 2 Minuten – Das Sonos Setup

Die Installation ist denkbar einfach, zuerst wird die Sonos Software auf einem Endgerät installiert, entweder auf einem PC oder

MAC oder auf einem IOS oder Android Device als App. Dann wird die Bridge ans Stromnetz und per LAN Kabel an den Router angeschlossen. Die Bridge dient dazu, die Sonos Geräte wireless zu betreiben. Natürlich lässt sich der Play:5 auch direkt per Kabel mit dem Router verbinden.

Nun werden Bridge, Play:5 und die App miteinander synchronisiert. Dazu muss man eine Tastenkombination auf dem Sonos und der Bridge innerhalb von zwei Minuten betätigen. Damit st das Grundsetup bereits beendet und es lassen sich schon die Internet Radio Funktionalitäten nutzen. Darüberhinaus lässt sich direkt auf itunes Bibliotheken zugreifen auf dem lokalen Rechner oder im Netzwerk. Auch ein NAS Laufwerk im Netzwerk kann als Streamingserver genutzt werden.

Das ist auch die Funktionalität von Konkurrenzprodukten im Home Hifi Bereich. Was SONOS von der Konkurrenz unterscheidet, ist die Unterstützung der aktuellen Streaming Dienste, wie AUDIBLE (Hörbuch), Napster, Spotify, Juke, Rdio, Deezer, Aupeo!, Dar.fm, Last.fm, Simfy, Stitcher Smart Radio, WIMP und Wolfgang’s Vault.

Unter Sonos Labs lassen sich auch neure Kandidaten testen. Das Steup der Services ist denkbar einfach, nur das Service Symbol anklicken, Username und Passwort eingeben, wenn ein account vorhanden ist, und schon ist der Service gelistet.

Über das Musikmenü kann man nun auf einen abgespeckten Editorial Bereich des Services zugreifen, sowie auf die eigenen Playlisten. Der Aufbau ist bei allen Services ähnlich. Vielleicht wird das in den nächsten Updates der Sonos App ausgebaut.

Die Sonos eigene Fernbedienung mit Touch Screen soll etwas komfortabler sein. Alles in allem ein runden Musikvergnügen. Gerade das Setup mit mehreren Geräten in verschiedenen Räumen hat seinen Reiz. Über die App bzw. Fernebdienung lassen sich alle Geräte steuern und man kann auswählen, wo, welche Musik laufen soll oder Weckmusik eingerichtet werden soll zu einem bestimmten Zeitpunkt. Für einen wirklichen Stereoeinsatz sind zwei baugleiche Geräte in einem Raum anzuordnen. Die Bridge erkennt diese und sie lassen sich per App als Stereopaar aufsetzen. Zu beachten ist, dass die Geräte permnt am Netz hängen, offiziell zieht der Play:5 6,5 Watt im Ruhezustand, eigene Messungen mit einem haushaltsüblichen Stromzähler haben 22 Watt ergeben. Wer das nicht möchte, muss die Geräte zwischendurch vom Netz nehmen.

Fazit: Ein prima Weihnachtsgeschenk, von der Bedienung her wohl der beste Home Hifi Streaming Player zu Zeit mit guten Sound. Für die neuen und alten Streamingservice eine große Chance für den Einzug in die Wohnzimmer und für den User ein nahezu perfektes Musikvergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Es besteht der Drang nach mehr Geräten zu vollständigen Abdeckung des Haushalts! 🙂

Der Sonos:3 Player gibt es zur Zeit für 299€ incl. Bridge und Juke 6 Monatsabo auf Sonos.com. Der Sonos:5 Player kostet zur Zeit 369€ auf amazon.de.

 

 

 

Nov 062012
 

Online Piraterie im Musik- Film und Software Business ist nach wie vor ein großes Thema. Die Zeiten von Napster als P2P Plattform sind vorbei, wo die User aus fast altrusistischen Motiven ihre Files geshared haben (ok, das ist jetzt etwas romatisch verklärt).

Piraterie heute ist weitaus komplexer, es gibt nicht die Contentindustrie auf der einen und die bösen P2P Plattformen auf der anderen Seite, vielemehr gibt es viele Gruppen und Firmen und auch User, die davon profitieren. Auf der anderen Seite die Contentinhaber, deren Interessensvertretern und dazwischen große Internetfirmen, die an allem verdienen.

Zusammengefasst in dieser schönen Infografik, die einen Einblick in die Komplexität der Beziehungen gibt.

Viel Spass!

 

 

 

 

 

Mrz 132012
 

 

 

 

 

 

 

 

Ab heute ist SPOTIFY offiziell in Deutschland gestartet, wer den Service noch nicht kennt, die Begrüßung Playlist ist hier, einfach mal ausprobieren.

Spotify ist ja wie alle ad supported Streaming Services sehr umstritten, insbesondere bei den Labels, aber auch bei den konkurrierenden Downloadportalen. Am Letzten Donnerstag war ich auf einem Panel auf der Cebit eingeladen, was sich mit dem Thema Verkauf vs. Nutzung beschäftigt hat. Teilnehmer waren Gerd Leonhard, der mit seinem Buch Die Zukunft der Musik – Warum die digitale Revolution die Musikindustrie retten wird vor in paar Jahren das Ende der Kontrolle propagiert hat und auch heute noch sich für eine quasi Abschaffung des Copyrights ausspricht. Weitere Panel Teilnehmer waren Thoasten Schliesche von Napster, kürzlich von Rhapsody übernommen, ein früher Player im Streaming Markt und der Marketing Manager von Juke, einer weiteren Streaming Plattform der Mediamarkt/Saturn Gruppe, die kürzlich in Deutschland live gegangen ist. Angeprangert wurde von Gerd und Thorsten die Forderungen der Musikindustrie nach Mindestvergütungen und damit der Schaffung von wirklich Nutzerfreundlichen Verwertungsmodellen im Markt. Spotify, die Anteile, sog. Equity Shares an die Majors gegeben haben sollen, würden mit ihren Preisen die Konkurrenz unterbieten (so Thorsten Schliesche), Gerd Leonhard ist das Preismodell immer noch zuviel und Juke stand außen vor und verläßt sich auf die kommende Präsenz von Juke „in der Fläche“, also am Point Of Sale in den Saturn Märkten. Ansonsten gibt es an Streaming Diensten in Deutschland noch Simfy, die nicht wirklich präsent sind, sowie die kürzlich in Deutschland gestarteten Services DEEZER und RDIO, die beide keine Free Version anbieten, und eigentlich auch nur in der Beta Phase in Deutschland agieren. So ist neben Simfy eigentlich nur Spotify mit einer Werbefinanzierten Lösung am Start. Wenn man sich die Konversionsraten zu Premium in den anderen Ländern anschaut, scheint diese Strategie auch aufzugehen. Ad Suported Revenue, so sind sich auch die meisten einig, wird langfristig nicht als ausschließliche Lösung funktionieren, so sind die Einnahmen noch zu gering. Spotify genießt jedenfalls in der Branche schon eine gewisse Bekanntheit und hat schon in anderen Ländern bewiesen, dass sie einen MArkteintritt gut umsetzen können. Allerdings hat Spotify immer noch keine Gema Lizenz laut Golem, was natürlich etwas fragwürdig ist…

Spotify geht mit drei Tarifen online:

Spotify Free – ist der Gratis-Service, kostenlos und on-demand Zugang zu Millionen von Songs, werbefinanziert durch Banenr und später auch Audio Werbung.

Spotify Unlimited – enthält alle Features der Gratis-Version, ermöglicht Dir den Zugang zu Spotify auf Deinem Computer aber ohne Werbeunterbrechung. Kostenpunkt: 4,99 Euro im Monat.

Spotify Premium – bietet werbefreien Musikkonsum, höhere Klangqualität und Zugriff auf jede Menge exklusiver Inhalte, Gewinnspiele und Sonderangebote. Der clou ist der Offline Use auf dem Desktop und Mobieltelefon. Premium kostet 9,99 Euro monatlich.

 Und was ist nun zu tun als Musiker und Label?

Spotify ist und bleibt umstritten, was das Einkommen für den Musiker angeht. Allerdings, so sind sich viele einig, wird sich das ändern, je mehr User den Service nutzen, insbesondere den Premium Service. Ich habe ja schon in einem Post Strategien skizziert, wie man Spotify nutzen kann (Release Strategien auf Spotify).  Ansonsten kann man auf der PR Welle reiten und als First Mover einen Labelaccount anlegen, und Playlists über seine DTF Kanäle verbreiten und so User zum streamen animieren. Denn eins sollte man nicht unterschätzen: Streaming Services wie Spotify bieten mit ihrer Gratis Version eine echte Alternative zu Piraterie Angeboten, wenn es um das entdecken von Musik geht und wer die Vorzüge eines Premium Accounts kennengelernt hat, will diesen schon bald nicht mehr missen. Und entdecken kann man als Label und Musiker versuchen zu fördern, besonders, wenn man einen Service nutzt, der erst einmal kostenlos ist. Und: Wer sich einen Download kauft, vergütet den Künstler nur einmalig, ein Spotify user andauernd, jedesmal, wenn er einen Track anhört. Wer als Musiker natürlich keinen Erfolg hat, wird weder auf Streaming Services noch im CD Markt ein Einkommen generieren.

Jan 172012
 

Die Debatte ist eigentlich nicht neu, zumal Spotify, Deezer, Simfy etc. schon seit einer ganzen Weile in Europa am Start sind (Spotify zwar noch nicht in Deutschland, aber nach dem Launch von Deezer nur noch eine Frage der Zeit). Doch nichts hat die Debatte so angeheizt, wie der US Launch von Spotify und die damit verbundenen Gerüchte, dass Künstler wie Coldplay, Black Keys und Adele ihre aktuellen Alben nicht auf Streaming Services stellen, um ihre Album Verkäufe nicht zu gefährden… Natürlich steht es jedem Künstler frei, seine Alben dort zu veröffentlichen bzw. zurückzuhalten wo er möchte. Aber für wen macht das eigentlich Sinn? Vielleicht muss man ein Coldplay sein: Die Nummer 5 der Album Charts (Coldplay) in den US letzte Woche hat  weniger als 30.000 Einheiten verkauft, also wie lange sollte man ein Album zurückhalten, bevor man es auf Streaming Services veröffentlicht? Fakt ist, dass es sich sicher ändern wird, wenn Streaming Services größere Marktanteile erreichen werden.

Für „große“ Bands ist es eine einfache Rechnung: Wie lange kann ich ein Album zurückhalten, bis es an die Hauptkäufer abverkauft, bevor ich es (bspw. durch Streaming Services) einer größeren Masse zur Verfügung stelle, um bspw. meinen bekanntheitsgrad zu erhöhen, meine Tourdates promote etc. Oder genauer: Wieviel Alben muss ich digital + physikal verkaufen, um das investierte Geld für die Produktion und das Marketing wieder zu recoupen, idealerweise in den ersten Wochen nach Releasedate, bevor ich es auf Streamingservices stelle. Das wäre dann bspw. Teil einer Strategie, wo ich den ersten Teaser Track zwei Monate vor VÖ als Free Download anbiete, gefolgt von einer Single mit Video einen Monate vor Album VÖ, den exlkusiven Album Stream eine Woche vor VÖ und das Liveschalten auf Streaming Services vier Wochen nach Album VÖ.

Das impliziert allerdings drei Dinge: 1. Der Glaube an die Kanibalisierung der Downloads- und CD Verkäufe durch Streaming Services und 2. Der Glaube daran, dass die Fans das CD Album eher kaufen, wenn sie es nicht vorher anhören können 3. Das Vertrauen, dass die Nachfrage stark genug ist bzw. einen kritischen Punkt erreicht hat, um auf eine größere Reichweite von (Free) Streaming Services zu verzichten.

Gut, sicherlich macht eine Zurückhaltungsstrategie für einige Künstler Sinn, insbesondere im Chart Bereich. Jedoch muss sich jeder Gedanken machen, wo ein Album hinsichtlich der drei o.g. Punkte steht. Unter Umständen lässt ein Album viel höhere Verkäufe zu, wenn es von mehr Leuten gehört wird. Alternativ zum späteren Release gibt es auch die Möglichkeit, weniger Tracks zu veröffentlichen, was dem Album Konzept natürlich etwas widerspricht. Allerdings sind viele Alben heutzutage eh nicht wirklich ein einheitliches Gesamtkonzept bzw. entscheidet der Konsument, welche Tracks er überhaupt haben möchte (schaut man sich einmal Verkäufe auf iTunes an, mag es u.U. verblüffend sein, wie wenig teilweise Alben im Vergleich zu Einzeltracks gekauft werden. Und der Konsument bzw. insb. der Fan möchte vielleicht das Album vorher streamen, bevor er es sich „kauft“. Der im Musik Marketing hochstilisierte „hardcore Fan“ ist unter Umständen verärgert, wenn man ihn einschränkt in der Art, wie er Musik entdecken kann, insbesondere, weil die Gründe für eine Selektion der Outlets in Hinblick auf Streaming Services stark wirtschaftlichen Charakter haben. Und das können sich nicht viele Künstler leisten.

Wo wird das hinführen? Vielleicht stellt man sich diese Fragen in ein paar Jahren nicht mehr, da die Unterscheidung des Formats obsolet ist oder die Strategien sind weitaus ausdifferenzierter als heute. Wie findet man es heraus? Indem man verschiedene Strategien testet und die (vorerst) beste für sich findet…

 

 


Dez 072011
 

Nach Simfy bekommt Deutschland einen weiteren großen Streaming Dienst. Der französische Service DEEZER, seit vier jahren in Frankreich online, gibt nach dem launch in UK und Belgien seine internationale Ausweitung bekannt. Damit kommen sie vor Spotify, die sich momentan auf Nordamerika konzentrieren, nach Deutschland und nehmen es mit Simfy auf.
Deezer verfolgt eine aggressive Expansionstrategie und geht auch in Ländern online, die bisher keine legalen Musikangebote online haben.

Hier die nähere Launch Planung laut hypebot:

• 8. Dezember 2011: Irland, Niederlande
• bis 31.12.2011: Rest Europa: 45 Länder incl. Spanien (13. Dez.), Italien (14. Dez.), Deutschland (15. Dez.) & Russland (16. Dezember)
• Bis 31. Januar 2012: Kanada und Latein Amerika (38 Länder)
• Bis 28. Februar 2012: Australien, Asien und Afrika (41 Länder)
• Bis 30. Juni 2012: Rest der Welt (115 Länder)

USA und Japan spielen im Moment keine Rolle in Deezers Expansionsplänen, wohl auch wegen der hohen Lizenzkosten und der aktuellen höheren Konkurrenzdichte in den USA.

Der Laucnh wird über Facebook koordiniert und Deezer wird nach eigenen Angaben 75% des weltweiten Musikmarkets bis 2016 abdecken. Wichtiger Part bei Deezers Expansionsplänen werden eigene Redaktionelle Units in den Länder spielen sowie weitreichende Kooperation mit Mobilfunkgesellschaften, was in Frankreich und UK mit Orange schon funktioniert…