Aug 032012
 

Facebook hat in seinem geschlossenen Marketing Portal einen Ratgeber zu sponsored Posts veröffentlicht. Zwar bezieht sich das Dokument aus Anzeigen in Form von gesponsoten Beiträgen, aber es lassen sich diese Tips auch auf „normale“ Beiträge anwenden:

Als erstes bietet Facebook eine Finale Checklist für Sponsored Posts, bevor es auf die einzelnen Beitragsarten eingeht.

  • Das Profilbild ist erkennbar bei 32×32 pixel
  • Der wichtigste Teil des Posts ist in den ersten 90 Zeichen enthalten
  • Das Video bzw. Foto Thumbnail ist ein Eye-Catcher, klar erkennbar und es läßt sich auf den ersten Blick erkennen, was es ist
  • Der Inhalt des Posts ist relevant und hat mit der Seite zu tun
  • Die Message des Posts läßt sich gut merken
  • Der User ist inspirier, den Post zu teilen
  • Der User fühlt sich belohnt, nachdem er den Post bzw. sponosred post gesehen hat
  • Der (sponsored) Post ist auf die richtige Zielgruppe ausgerichtet
  • Einige in der Zielgruppe kennen meine Marke nicht, die Anzeige bzw. der Post sollte dementsprechend gestaltet sein, dass derjenige Lust hat, sie kennenzulernen

Die erste Beitragsart ist der „Video Beitrag“

Der Copytext sollte 90 Zeichen lang sein, das Video Thumbnail die richtige Größe haben und nicht textlastig sein, Gesichter wirken i.d.R. besser. Videos eigen sich gut dazu, User zu einer Interaktion zu animieren, bspw. selbst Videos zu posten. Vermeiden sollte man Aussagen wie: „Schaut auch unseren Werbespot an…“ Call to action sollte im Video stattfinden.

 

Die zweite Beitragsart ist der „Photo Beitrag“

Ähnlich wie beim Video Beitrag ist es wichtig, dass der text 90 Zeichen nicht überschreitet. Fotos sollten auf Facebook gehostet sein und externe Links am Ende des textes Platziert sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die dritte Beitragsart ist der „Link Beitrag“

Zweck ist es, den USer zu einer externen Website zu leiten. Statt die URL in den Text einzufügen, empfiehlt es sich, Open Graph Tags zu verwenden, umTitel, url, Bild und Beschreibung zu bestimmen. Dadurch lässt sich das Aussehen des Posts genau bestimmen. (siehe auch developers.facebook.com/docs/opengraph/ tutorial

Um den Platz optimal zu nutzen, ist ein Quadratisches Bild zu verwenden.

 

Die vierte Beitragsart ist der „Umfrage Beitrag“

Hierbei ist auf kurze Fragen zu achten, die allgemein genug sind, das ein Großteil der User sie auch beantworten kann. Wichtig ist die Relevanz zur Seite/Marke und diese sollte gf. auch in der Frage genannt werden. Ansonsten gelten allgemeine Gestzmäßigkeiten zu Quizfragen und Umfragen.

 

Die fünfte Beitragsart ist der „Event Beitrag“

Hier gelten offensichtliche Regeln, wie dass der Event möglichst real irgendwo stattfinden sollte oder eine bestimmte Zeit haben sollte, wo sich der User einloggen kann. Ein Bild und ein Datum sollte enthalten sein und die Kampagne beendet werden, wenn der Event vorbei ist.

 

Die sechste Beitragsart ist der „Text Beitrag“

Zu verwenden bei einfachen Ankündigungen, es sollte relevant für die Marke und den User sein. Der Inhalt sollte interesant sein und sich gut merken lassen, Interaktionen mit den Usern sind erwünscht. Und der Text Beitrag sollte stark genug sein, dass er auch ohne foto/Video funktioniert.

 

Den kompletten Guide gibt es als pdf download hier.

 Posted by at 23:17
Aug 022012
 

Die Einführung der Timeline für alle Facebook Seiten war ja sehr umstritten. Gerade unter Musikern war die Entfernung der customized Landingpage eine große Enttäuschung. Reverbnation hat 2200 Musiker gefragt, wie sie über die timeline denken, einmal 30 und noch einmal 90 Tage nach der Einführung.

Und das ist das Ergebnis:

Continue reading “Was denken Musiker über die neue Facebook timeline?” »

Aug 012012
 

Wer viel mit Social Media zu tun hat stößt immer wieder auf die Frage, wie gross die Bilder sein müssen, sei es das Timeline Coverphoto auf Facebook, das Bild im Post, das App thumbnail, das Brand Banner auf twitter etc.

Jetzt hab ich eine tolle Infografic von lunametrics entdeckt, die alle Formate im Überblick zeigt. Super!

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Quelle: lunametrics

Mai 202012
 

DJ Shadow ist sicherlich einer der vielseitigsten Künstler, die im Moment aktiv sind und der in den vergangenden Jahren einen bemerkenswerten Output an Veröffentlichungen hatte und immer noch hat. Seine Agentur Famehouse hat sich überlegt, wie man diese Vielfältigkeit sozial in die Zielgruppe kommunizieren kann. Sie setzen einfach jeden Veröffentlichung und Kollaboration im zeitlich richtigen Zusammenhang als Posts in die Timeline von DJ Shadow und bieten so den mehr als 620k Fans direkten Zugriff auf die komplette Diskografie des Künstlers. Durch die Möglichkeit des Taggings zu anderen Künstlern wird die Reichweite immens erhöht und durch die Verlinkung zu externen Quellen wie Künstler Webseiten, Händlern, Musikportalen wie Discogs etc. stellt diese Art der Präsentation einen großartigen Einstieg in die musikalische Welt dieses Künstlers da. Dies lässt sich ohne weiteres auf andere Künstler übertragen und der Marketing bezogenen Ausrichtung sind da kaum Grenzen gesetzt.

Und wie erfolgreich war diese Aktion für DJ Shadow? Der Screenshot unten gibt einen kleinen Einblick, die Fans können die einzelnen Alben kommentieren und stoßen so auf Veröffentlichungen, die sie vielelicht noch nicht kannten. Und können sich aktiv in Diskussionen involvieren. Was bietet mehr Interaktion als eine solche Aktion?

Obwohl Social Commerce bislang im Musikbereich noch keine große Rolle spielt, weil sich die User nicht zum einkaufen auf facebook treffen, kann eine Verlinkung in jedem Post zum Artiststore ein idealer Ausgangspunkt für eine Konversion darstellen. Bei DJ Shadow verlinken die einzelen Posts immer direkt zur Künstlerseite und bieten dort eine Kaufmöglichkeit. Wer dem einzelnen Post mehr Raum für verweisende Inhalten und Links gibt, kann das Postential einer solchen Aktion natülich weiter ausschöpfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein ähnliche Konzept verfolgte Spotify im April 2012 zur Zeit des Deutschland Launches des Musikservices. Sie stellten einen großen Teil ihrer Release online und zeigten damit 1000 Jahre Musikgeschichte als Zeitstrahl zum reinhören, angefangen 1001 bis heute. Spotify zeigte damit ihre Katalogtiefe und animierte User dazu, die App zu testen und an der automatisierten Accounterstellung teilzunehmen. Durch die Integration von Spotify in Facebook führt das zu einem riesigen Entdeckungspotential samt viraler Verbreitung.

Apr 222012
 

Unbestritten ist Social Media ein wichtiger Kanal umd als Künstler und Label mit seinen Fans zu kommunizieren, aber dennoch kommt man um eine eigene Weeseite als Hub für potentielle Fans und Kunden und als direkter Promo- und Absatzkanal nicht umhin. Das wird leider immer noch und auch wieder unterschätzt und viele Musiker konzentrieren sich lieber auf andere Dinge. Die Firma getsharesquare.com hat im Zuge des SXSW Festivals 1700 Musiker Webseiten hinsichtlich der verwendeten Technologen untersucht, insbesondere in Hinblick auf die immer weiter verbreitete mobile Nutzung. Die steigenden Absatzahlen vom Iphone, die rasante Ausbreitung von Android und der launch des Windows 8 mobile verbunden mit sinkenden Preisen von mobilen Datenverträgen, geben einen Hinweis, wo die User in Zukunft vermehrt im Internet surfen werden.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Ein Drittel aller Seiten nutzen maßgeblich Flash, was auf IOS nicht läuft, 90% der Seiten erkennen keine mobilen Browser und es gab sogar 100 Seiten, die noch Framesets verwenden und damit Mobile und Suchmaschinen das Lesen schwer machen. Knapp ein Drittel aller Seiten lassen sich ohne zoomen mobile nicht lesen und links und Buttons sind zu klein, um sie anzuklicken.

Weitere Ergebnisse hier in der Infografik:

Mrz 262012
 

In wenigen Tagen ist es soweit und alle Business Pages werden auf das neue Timeline Design umgestellt. Es gibt einiges zu beachten, wenn man seine Seite an das neue Design anpassen möchte. Die App Anbieter von Iframe Apps haben einen Guide zusammengestellt mit den genauen Maßen der Coverfotos, Profile Pictures und Icons. Da es nun leider keine default Landingpages mehr gibt, muss man so etwas über Tabs realisieren, wobei Facebook einen User nur noch über Ads auf spezielle Landing Pages schicken lässt, um ihr Advertisng Business weiter wachsen zu lassen.

Wer bis jetzt seine Seite noch nicht angepasst hat, sollte sich sputen, ihr findet in der Infografik die wichtigsten Details:

 

 

 

Mrz 132012
 

 

 

 

 

 

 

 

Ab heute ist SPOTIFY offiziell in Deutschland gestartet, wer den Service noch nicht kennt, die Begrüßung Playlist ist hier, einfach mal ausprobieren.

Spotify ist ja wie alle ad supported Streaming Services sehr umstritten, insbesondere bei den Labels, aber auch bei den konkurrierenden Downloadportalen. Am Letzten Donnerstag war ich auf einem Panel auf der Cebit eingeladen, was sich mit dem Thema Verkauf vs. Nutzung beschäftigt hat. Teilnehmer waren Gerd Leonhard, der mit seinem Buch Die Zukunft der Musik – Warum die digitale Revolution die Musikindustrie retten wird vor in paar Jahren das Ende der Kontrolle propagiert hat und auch heute noch sich für eine quasi Abschaffung des Copyrights ausspricht. Weitere Panel Teilnehmer waren Thoasten Schliesche von Napster, kürzlich von Rhapsody übernommen, ein früher Player im Streaming Markt und der Marketing Manager von Juke, einer weiteren Streaming Plattform der Mediamarkt/Saturn Gruppe, die kürzlich in Deutschland live gegangen ist. Angeprangert wurde von Gerd und Thorsten die Forderungen der Musikindustrie nach Mindestvergütungen und damit der Schaffung von wirklich Nutzerfreundlichen Verwertungsmodellen im Markt. Spotify, die Anteile, sog. Equity Shares an die Majors gegeben haben sollen, würden mit ihren Preisen die Konkurrenz unterbieten (so Thorsten Schliesche), Gerd Leonhard ist das Preismodell immer noch zuviel und Juke stand außen vor und verläßt sich auf die kommende Präsenz von Juke „in der Fläche“, also am Point Of Sale in den Saturn Märkten. Ansonsten gibt es an Streaming Diensten in Deutschland noch Simfy, die nicht wirklich präsent sind, sowie die kürzlich in Deutschland gestarteten Services DEEZER und RDIO, die beide keine Free Version anbieten, und eigentlich auch nur in der Beta Phase in Deutschland agieren. So ist neben Simfy eigentlich nur Spotify mit einer Werbefinanzierten Lösung am Start. Wenn man sich die Konversionsraten zu Premium in den anderen Ländern anschaut, scheint diese Strategie auch aufzugehen. Ad Suported Revenue, so sind sich auch die meisten einig, wird langfristig nicht als ausschließliche Lösung funktionieren, so sind die Einnahmen noch zu gering. Spotify genießt jedenfalls in der Branche schon eine gewisse Bekanntheit und hat schon in anderen Ländern bewiesen, dass sie einen MArkteintritt gut umsetzen können. Allerdings hat Spotify immer noch keine Gema Lizenz laut Golem, was natürlich etwas fragwürdig ist…

Spotify geht mit drei Tarifen online:

Spotify Free – ist der Gratis-Service, kostenlos und on-demand Zugang zu Millionen von Songs, werbefinanziert durch Banenr und später auch Audio Werbung.

Spotify Unlimited – enthält alle Features der Gratis-Version, ermöglicht Dir den Zugang zu Spotify auf Deinem Computer aber ohne Werbeunterbrechung. Kostenpunkt: 4,99 Euro im Monat.

Spotify Premium – bietet werbefreien Musikkonsum, höhere Klangqualität und Zugriff auf jede Menge exklusiver Inhalte, Gewinnspiele und Sonderangebote. Der clou ist der Offline Use auf dem Desktop und Mobieltelefon. Premium kostet 9,99 Euro monatlich.

 Und was ist nun zu tun als Musiker und Label?

Spotify ist und bleibt umstritten, was das Einkommen für den Musiker angeht. Allerdings, so sind sich viele einig, wird sich das ändern, je mehr User den Service nutzen, insbesondere den Premium Service. Ich habe ja schon in einem Post Strategien skizziert, wie man Spotify nutzen kann (Release Strategien auf Spotify).  Ansonsten kann man auf der PR Welle reiten und als First Mover einen Labelaccount anlegen, und Playlists über seine DTF Kanäle verbreiten und so User zum streamen animieren. Denn eins sollte man nicht unterschätzen: Streaming Services wie Spotify bieten mit ihrer Gratis Version eine echte Alternative zu Piraterie Angeboten, wenn es um das entdecken von Musik geht und wer die Vorzüge eines Premium Accounts kennengelernt hat, will diesen schon bald nicht mehr missen. Und entdecken kann man als Label und Musiker versuchen zu fördern, besonders, wenn man einen Service nutzt, der erst einmal kostenlos ist. Und: Wer sich einen Download kauft, vergütet den Künstler nur einmalig, ein Spotify user andauernd, jedesmal, wenn er einen Track anhört. Wer als Musiker natürlich keinen Erfolg hat, wird weder auf Streaming Services noch im CD Markt ein Einkommen generieren.

Mrz 052012
 

Nun ist es endlich soweit, am 30. März 2012 werden alle Seiten auf Facebook für die Timeline freigeschaltet. Es gibt einiges zu beachten:

1. Es besteht die Möglichkeit, falls man nicht schon jetzt sein Timeline Profil online stellen möchte, dieses sich schonmal anzuschauen, über die Preview Funktion. Man hat noch bis zum 30.3. Zeit, alles auszutesten, Header Images zu testen, die ABOUT Sektion zu überarbeiten etc.

2. Das Timeline Cover Photo
Es ist das Aushängeschild einer jeden Seite. Die beste Qualität erzielt man, wenn man die Abmaße 850×315 pixel wählt. Ein paar Inspirationen gibt es auf www.facebook.com/about/pages
Es gibt ein paar DONT’S zu beachten:

a) Keine Verkaufsaufforderungen oder „Download hier…“

b) Keine Kontaktinformationen, Website Adressen oder sonstige Infos, die in die ABOUT Sektion gehören

c) Keine Calls To Action wie: „Get it here“, „Empfehle uns weiter“

Das bedeutet: Es gibt keine „Gating Pages“ mehr, mit denen man User auf seine Seite locken kann.

3. Erweiterte „Über uns“ / About Sektion
Dieser Bereich wurde von 70 auf 170 Zeichen erweitert und erscheint jetzt direkt unter dem Timeline und Profil Foto.

4. Mehr Links
Links in der Biografie, Beschreibung etc. werden jetzt automatisch zu Hyperlinks

5. Veränderung der Post Daten
Solange die Timeline noch nicht online geschaltet ist, kann man noch das Datum einzelner Posts verändern, einfach auf den Post gehen, auf „Edit“ und „Change Date“

6. Highlighting und Pinning
Man kann jetzt Posts einerseits Highlighten, indem man sie auf zwei Spalten Breite erweitert oder auch ältere Posts durch „Pin to top“ im Bearbeiten Menü ganz nach oben schieben.

7. Anzeigen von Third Party App und Fan Posts
Es gibt jetzt die Möglichkeit, Posts von Third Party Apps und Freunden gruppiert darzustellen

8. Nachrichten
Ein sehr praktisches neues Feature ist, dass man jetzt direkt Nachrichten seiner Fans bekommen kann, eine sehr hilfreiche Funktion in der direkten Kommunikation

9. Freunden empfehlen
Auch lässt sich jetzt im Backend seine Seiten einfach seinen Freunden empfehlen…

10. Neue, verbesserte INSIGHTS
Die Insights geben jetzt mehr Informationen preis, u.a. von wo neue „Likes“ kommen und eine verbesserte Darstellung der Performance und Viralität einzelner Posts…

11. Apps und Tabs
Wie schon erwähnt, gibt es die Gating Pages nicht mehr. Es lassen sich jetzt 12 verschiedene Tab auswählen, wobei nur 2-3 angezeigt werden.

Die einschlägigen Firmen wie Reverbnation, Rootmusic und Fanbridge haben schon verkündet, ihre Produkte dem neuen Timelinedesign -funktion anzupassen…

Also los: Testen und probieren!

Jan 202012
 

Facebook hat gestern 60 Apps für die Timeline / Chronik freigegeben, angefangen mit MyVideo, Simfy, Soundcloud, Tape.tv und Wooga mit ihren neuen Apps. Es gibts Apps aus allen möglichen Bereichen wie Reisen, Fitness, Shopping, News und natürlich auch Music.

Alle Apps gibts es hier: www.facebook.com/about/timeline/apps

Gleichzeitig hat Facebook auch allen Entwicklern eine Schnittstelle via Open Graph freigeschaltet, mit denen sie ihren Usern Apps direkt zur Verfügung stellen können. Bisher waren die Interaktion ja sehr beschränkt mit lesen  bzw. hören, diese wurden jetzt um zahlreiche weitere Interaktionsmöglichkeiten erweitert. Bei den neuen Apps können auch Verben wie kaufen und wollen zum Einsatz kommen. Aus Marketingsicht eröffnet das sicherlich ganz neue Möglichkeiten, mal sehen, was daraus wird.

Übrigens: Wer seine Chronik / Timeline noch nicht aktiviert hat und nicht weiß, wie: Hier ist der Link zum aktivieren der Chronik, button unten rechts: www.facebook.com/about/timeline
Aber Achtung:  Die Aktivierung kann nicht rückgängig gemacht werden und man hat nur 7 Tage zum evtl. Verstecken von Posts, bis die Timeline automatisch online geht.

 

Jan 172012
 

Die Debatte ist eigentlich nicht neu, zumal Spotify, Deezer, Simfy etc. schon seit einer ganzen Weile in Europa am Start sind (Spotify zwar noch nicht in Deutschland, aber nach dem Launch von Deezer nur noch eine Frage der Zeit). Doch nichts hat die Debatte so angeheizt, wie der US Launch von Spotify und die damit verbundenen Gerüchte, dass Künstler wie Coldplay, Black Keys und Adele ihre aktuellen Alben nicht auf Streaming Services stellen, um ihre Album Verkäufe nicht zu gefährden… Natürlich steht es jedem Künstler frei, seine Alben dort zu veröffentlichen bzw. zurückzuhalten wo er möchte. Aber für wen macht das eigentlich Sinn? Vielleicht muss man ein Coldplay sein: Die Nummer 5 der Album Charts (Coldplay) in den US letzte Woche hat  weniger als 30.000 Einheiten verkauft, also wie lange sollte man ein Album zurückhalten, bevor man es auf Streaming Services veröffentlicht? Fakt ist, dass es sich sicher ändern wird, wenn Streaming Services größere Marktanteile erreichen werden.

Für „große“ Bands ist es eine einfache Rechnung: Wie lange kann ich ein Album zurückhalten, bis es an die Hauptkäufer abverkauft, bevor ich es (bspw. durch Streaming Services) einer größeren Masse zur Verfügung stelle, um bspw. meinen bekanntheitsgrad zu erhöhen, meine Tourdates promote etc. Oder genauer: Wieviel Alben muss ich digital + physikal verkaufen, um das investierte Geld für die Produktion und das Marketing wieder zu recoupen, idealerweise in den ersten Wochen nach Releasedate, bevor ich es auf Streamingservices stelle. Das wäre dann bspw. Teil einer Strategie, wo ich den ersten Teaser Track zwei Monate vor VÖ als Free Download anbiete, gefolgt von einer Single mit Video einen Monate vor Album VÖ, den exlkusiven Album Stream eine Woche vor VÖ und das Liveschalten auf Streaming Services vier Wochen nach Album VÖ.

Das impliziert allerdings drei Dinge: 1. Der Glaube an die Kanibalisierung der Downloads- und CD Verkäufe durch Streaming Services und 2. Der Glaube daran, dass die Fans das CD Album eher kaufen, wenn sie es nicht vorher anhören können 3. Das Vertrauen, dass die Nachfrage stark genug ist bzw. einen kritischen Punkt erreicht hat, um auf eine größere Reichweite von (Free) Streaming Services zu verzichten.

Gut, sicherlich macht eine Zurückhaltungsstrategie für einige Künstler Sinn, insbesondere im Chart Bereich. Jedoch muss sich jeder Gedanken machen, wo ein Album hinsichtlich der drei o.g. Punkte steht. Unter Umständen lässt ein Album viel höhere Verkäufe zu, wenn es von mehr Leuten gehört wird. Alternativ zum späteren Release gibt es auch die Möglichkeit, weniger Tracks zu veröffentlichen, was dem Album Konzept natürlich etwas widerspricht. Allerdings sind viele Alben heutzutage eh nicht wirklich ein einheitliches Gesamtkonzept bzw. entscheidet der Konsument, welche Tracks er überhaupt haben möchte (schaut man sich einmal Verkäufe auf iTunes an, mag es u.U. verblüffend sein, wie wenig teilweise Alben im Vergleich zu Einzeltracks gekauft werden. Und der Konsument bzw. insb. der Fan möchte vielleicht das Album vorher streamen, bevor er es sich „kauft“. Der im Musik Marketing hochstilisierte „hardcore Fan“ ist unter Umständen verärgert, wenn man ihn einschränkt in der Art, wie er Musik entdecken kann, insbesondere, weil die Gründe für eine Selektion der Outlets in Hinblick auf Streaming Services stark wirtschaftlichen Charakter haben. Und das können sich nicht viele Künstler leisten.

Wo wird das hinführen? Vielleicht stellt man sich diese Fragen in ein paar Jahren nicht mehr, da die Unterscheidung des Formats obsolet ist oder die Strategien sind weitaus ausdifferenzierter als heute. Wie findet man es heraus? Indem man verschiedene Strategien testet und die (vorerst) beste für sich findet…