Aug 192013
 

Der momentane Hype um iTunes Radio ist groß, alle warten gespannt auf den Launch des Radioservices des Marktführers im Bereich Digitaler Musik. Da der Service erstmal in den USA online gehen wird und sich dort in direkte Konkurrenz des dortigen Platzhirschen PANDORA begibt, bleibt es spannend, wie sich dieser Bereich weiter entwickelt. (Mehr über iTunes Radio in diesem Post). Aber auch international wird das Thema Online Radio Streaming sicherlich an Bedeutung gewinnen und gerade in Hinblick auf die Übermacht von großen terrestrischen Radiostationen mit Top50 Hit Programmen eine immer größere Alternative für Musikkonsumenten darstellen.

In Deutschland, wo dieses Thema noch nicht wirklich in der Masse präsent ist, gibt es eine kleine Berliner Firma, die sich das Thema personalisiertes Radio auf die Fahnen geschrieben hat (und auch eine Lizenz besitzt). In einem Interview gibt dessen CTO, der 2012 bei Aupeo war und jetzt beim renommierten Fraunhofer Institut arbeitet einen Einblick in die Arbeitsweise von Aupeo und wie man seine Musik in den Sender bekommt: http://youtu.be/iwFEf0xAhlU

 

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Aug 112013
 

Es ist kein wirklich neuer Konflikt, schon in der Vergangenheit haben Künstler verinzelt ihre Alben von Spotify runtergenommen aus Protest für vermeintlich zu geringe Einnahmen. Und es ist wieder passiert, Nigel Godrich hat vor ein paar Wochen wegen seines Projektes  „Atom For Peace“ mit Radioheads Thom Yorke und Flea von den Red Hot Chili Peppers auf Twitter angekündigt, das Album nicht auf Spotify und anderen Streamingservices zu veröffentlichen. Neue Küntsler und neue Alben von etablierten Künstlern würden unter Streaming leiden und deren Verkäufe kannibalisiert werden.

Innerhalb kürzester Zeit verbeitete sich das Statement und die Debatte kochte wieder hoch. Spotify CEO Daniel EK reagierte prompt mir einer Stellungnahme „So question should be – Why shouldn’t you do streaming?“ gefolgt von einer Pressemitteilung mit der Aussage, dass schon 500 Millionen $ bisher an Rechteinhaber ausgeschüttet wurden und bis Ende 2013 sollten es eine Milliarde US$ sein. Eine imposante Zahl.

Was kurz darauf folgte, war der Piracy Report von Spotify über eine Studie in den Niederlanden (DOWNLOAD), die den Zusammenhang herzustellen versucht, zwischen Spotify Usage und Sales. Qunitessenz ist, dass Spotify laut dieses Reports keinerlei negativen Einfluss auf Verkäufe hat.

Die große Frage ist also: Gibt es eine Kannibalisierung von Verkäufen durch Spotify oder ist es so, wie Spotify behauptet, dass das Streaming EInkommen auf jeden Fall „On Top“ kommt, d.h. zusätzliches Einkommen bedeutet. Eine Zusammenfassung der verschiedenen Positionen bietet ein Artikel des Guardian.
Es ist also eine Frage, welche Strategie man einschlägt, Streaming unterstützen oder nicht. Aber angesichts der Tatsache, das Spotify seine Reichweite und Kundenstamm kontinuierlich erhöht (z.B. durch die aktuelle Kooperation per Hardbundle auf Vodafone UK) und auch andere Streamingdienste immer mehr Reichweite erlangen wie der aktuelle Launch von GooglePlay Music All Access in 9 weiteren Terrrittorien beweist, scheint Wachstum vorrausgesagt. Und dass wird zeigen, was der Zugang zu Massenmärkten mittelfritig für das Einkommen durch Streaming für Labels und damit für Künstler bedeuten.

Letztendlich entscheiden die Konsumenten, wie erfolgreich diese Modelle werden. Es ist fraglich, wieviel Sinn es macht, sich gegen solche Entwicklungen als Rechteinhaber zu versperren. Die Verweigerung von neuen Medien war schon in dem letzten 15 Jahren nicht gerade sehr förderlich für die Musikindustrie.

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Jul 172013
 

Mit der Ankündigung von Apple im Herbst das neue iTunes Radio zu launchen, gab es ja allerlei Feedback aus der Musikszene. Die einen beschworen eine nie dagewesene Möglichkeit heraus, Musik zu entdecken, weitaus besser als das leider hierzulande nicht verfügbare Pandora (mangels GEMA Lizenz), andere heben die bessere Vergütung als Pandora hervor (obgleich angeblich die Major Labels, schon bevor die Independents überhaupt eine Benachrichtigung bekommen haben schon bessere Konditionen vereinbart haben).  Pandora hat natürlich nicht das Hardwarebusiness, was Apple erlaubt, andere Konditionen anzubieten als reine Musikservices.

iTunes Radio Pandora
Free option Ja Ja
Premium tier $24.99/Jahr $36/yJahr
$3.99/Monat
Platform iOS, Apple TV, Mac OS, Windows iOS, Android,
Windows Phone, BlackBerry,
Mac OS, Windows
Territorien U.S.A U.S.A, Australien,
Neuseeland

 

Aber die wenigsten wissen, wie der zunächst in den USA launchende Service eigentlich aussehen wird.

Richard Greenfield von BIGT Research hat dazu einen Artikel geschrieben und einen ersten Screencast der Betaversion online gestellt, überzeugt euch selbst.

Jan 282013
 

Pünktlich zum Ende der MIDEM habwn Mike Masnik  und Michael Ho heute in einer telefonischen Pressekonferenz ihre Folgestudie „The Sky is rising 2) zum Medienabsatz in Europa (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Russland, Spanien) präsentiert und auf Mikes Blog www.techdirt.com bereitgestellt.


 

Online PDF findet sich hier . Ein download der kompletten Studie auf Deutsch findet sich hier:  The Sky Is Rising 2 (Deutsch)

Jan 202013
 

Auch im letzten Jahr gab es wieder allerlei Diskussionen, inwieweit die „neuen“ Streamingservices und die gleichzeitige Möglichkeit, neue Albem dort gratis oder im Rahmen eines Abos zu streamen, für geringen Albumverkäufe verantwortlich sind, also diese kanibalisieren.  Die Seite digtialmusic.org hat anhand der letztfährigen Billbord Charts sich einige Alben angesehen und in folgender Infografik illustriert, welche alben in den Top100 auch gestreamt werden konnten und welche nicht. Allerlei Futter für die Verfechter beider Seiten, es ergibt sich ein klares JAIN.

Inforgrafik zur Aknnibalisierung von Albumverkäufen ducrh Spotify & co

Dez 122012
 

Der Siegeszug der neuen Streamingservices ist ungebrochen. Spotify kündigte letzte Woche in Steve Jobs Manier mit der Unterstützung von Metallica auf einem Launchevent, weltweit übertragen per Streaming zu lokalen Business Events, ihren neuen Client Social 2.0 an und sorgte jüngst mit ihrer Kooperation mit deer deutschen Telekom für Furore (diese bietet Spotify im Pakte auf T-Mobile an. Der Clou: Das Datenkontingent bleibt vom Spotify Traffic unberührt). Deezer baut seine Territorien weiter aus, der relativ junge Service Juke, betrieben von der deutsch/dänischen Firma 24-7, die schon seit Jahren in Dänemark den mobilen Streaming Service auf  TDC betreibt, wirbt mit einer Kooperation mit SONOS, und bietet den Sonos 3 Player inklusive Bridge und 6 Monate JUKE im Paket an.

In der Musikindustrie sind diese neuen Formate nicht immer auf Gegenliebe gestoßen, insbesondere große Künstler kritisierten die auf den ersten Blick niedrige Vergütung, aber der Auftritt von Metallica bei der Spotify Veranstaltung  letzte Woche zeigt einen Paradigmenwechsel. So scheinen die großen Streaming Services sich finanziell schon zu rechnen, fristen in Deutschland aber noch ein Nischendasein. Liegt die mangelnde Populärität an dem angeblich in Deutschalnd so verankerten „Besitzstreben“ von Dingen, also auch von Musik? Oder ist Streaming in Deutschland mit seinen ganzen technischen Einschränkungen einfach zu nischig und kompliziert, hört der heutige Musikkonsument immer noch lieber im Wohnzimmer auf der Stereoanlage seine Musik, als mobil oder am Rechner? Und wie ließe sich das ändern?

Sonos Setup ScreenshotFakt ist, dass Napster zwar weit entfernt vom Massenpublikum ist, aber dennoch seit Beginn an solide Nutzerzahlen zu verzeichnen hat. Und mit der zunehmenden Mobilisierung von Musik und auch den neuen Hardwarekonzepten zur Nutzung von digitaler Musik abseits des Rechners, scheint sich das Tor zu einem großes Marktpotential zu öffnen. U.a. bietet SONOS  als Hardwarehersteller ein System an, was die verschiedensten digitalen Services integriert hat und auch andere Bibliotheken wie ITUNES abspielen kann und auch als Streamingclient von Musibibliotheken im Heimnetzwerk fungieren kann. Pünktlich zu Weihnachten ( 🙂 )hab mir schonmal ein Geschenk in Form eines Sonos Play:5 All-in-one-Player (mit 5-Wege-Lautsprechersystem) mit Brigde (dem Sonos eigenen WLAN Transmitter) gemacht, um mal zu testen, wie digitaler Musikkonsum außerhalb der Computerumgebung funktioniert.

Von Null auf Hundert in 2 Minuten – Das Sonos Setup

Die Installation ist denkbar einfach, zuerst wird die Sonos Software auf einem Endgerät installiert, entweder auf einem PC oder

MAC oder auf einem IOS oder Android Device als App. Dann wird die Bridge ans Stromnetz und per LAN Kabel an den Router angeschlossen. Die Bridge dient dazu, die Sonos Geräte wireless zu betreiben. Natürlich lässt sich der Play:5 auch direkt per Kabel mit dem Router verbinden.

Nun werden Bridge, Play:5 und die App miteinander synchronisiert. Dazu muss man eine Tastenkombination auf dem Sonos und der Bridge innerhalb von zwei Minuten betätigen. Damit st das Grundsetup bereits beendet und es lassen sich schon die Internet Radio Funktionalitäten nutzen. Darüberhinaus lässt sich direkt auf itunes Bibliotheken zugreifen auf dem lokalen Rechner oder im Netzwerk. Auch ein NAS Laufwerk im Netzwerk kann als Streamingserver genutzt werden.

Das ist auch die Funktionalität von Konkurrenzprodukten im Home Hifi Bereich. Was SONOS von der Konkurrenz unterscheidet, ist die Unterstützung der aktuellen Streaming Dienste, wie AUDIBLE (Hörbuch), Napster, Spotify, Juke, Rdio, Deezer, Aupeo!, Dar.fm, Last.fm, Simfy, Stitcher Smart Radio, WIMP und Wolfgang’s Vault.

Unter Sonos Labs lassen sich auch neure Kandidaten testen. Das Steup der Services ist denkbar einfach, nur das Service Symbol anklicken, Username und Passwort eingeben, wenn ein account vorhanden ist, und schon ist der Service gelistet.

Über das Musikmenü kann man nun auf einen abgespeckten Editorial Bereich des Services zugreifen, sowie auf die eigenen Playlisten. Der Aufbau ist bei allen Services ähnlich. Vielleicht wird das in den nächsten Updates der Sonos App ausgebaut.

Die Sonos eigene Fernbedienung mit Touch Screen soll etwas komfortabler sein. Alles in allem ein runden Musikvergnügen. Gerade das Setup mit mehreren Geräten in verschiedenen Räumen hat seinen Reiz. Über die App bzw. Fernebdienung lassen sich alle Geräte steuern und man kann auswählen, wo, welche Musik laufen soll oder Weckmusik eingerichtet werden soll zu einem bestimmten Zeitpunkt. Für einen wirklichen Stereoeinsatz sind zwei baugleiche Geräte in einem Raum anzuordnen. Die Bridge erkennt diese und sie lassen sich per App als Stereopaar aufsetzen. Zu beachten ist, dass die Geräte permnt am Netz hängen, offiziell zieht der Play:5 6,5 Watt im Ruhezustand, eigene Messungen mit einem haushaltsüblichen Stromzähler haben 22 Watt ergeben. Wer das nicht möchte, muss die Geräte zwischendurch vom Netz nehmen.

Fazit: Ein prima Weihnachtsgeschenk, von der Bedienung her wohl der beste Home Hifi Streaming Player zu Zeit mit guten Sound. Für die neuen und alten Streamingservice eine große Chance für den Einzug in die Wohnzimmer und für den User ein nahezu perfektes Musikvergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Es besteht der Drang nach mehr Geräten zu vollständigen Abdeckung des Haushalts! 🙂

Der Sonos:3 Player gibt es zur Zeit für 299€ incl. Bridge und Juke 6 Monatsabo auf Sonos.com. Der Sonos:5 Player kostet zur Zeit 369€ auf amazon.de.

 

 

 

Nov 182012
 

Letzte Woche gab es ja mal wieder einen Artikel in der SZ, der aufzeigen soll, wie wenig Künstler an Spotify verdienen, allerdings bedient sich der Artikel alter Geschichten, wie die von Grizzly Bear letztes Jahr und versucht wieder eine Diskussion anzuheizen, die eigentlich schon diskutiert worden ist.

Interessanter ist da eigentlich die untere Grafik, die zeigt, wie hoch das Einkommen von Online Radios und Streamng Services heute sind. Das Beispiel Pandora + Coldplay zeigt, wie hoch das Einkommen sein kann, bei Pandora bekommen 2000 Künstler  über 10k$ im Jahr…

Nov 152012
 

Ein Meldung von Digital Music News schlug ein wie eine Bombe und heizt die Diskussion, ob Streaming Services Album Verkäufe kannibaliseren, weiter an. Grossbritanien gilt eigentlich als robuster Markt, jedoch zeigt sich dieses Jahr nach dem launch von Spotify, die sich in Großbritanien großer Beliebtheit erfreuen, erstmals ein Rückgang der Album Verkäufe physikal und digital in zweistelliger Prozenthöhe. Gleichzeitig stieg die Zahl der gestreamten Tracks von 2011 1.1 Milliarden auf 2012 7.5 Milliarden Streams. Nicht zu vergessen die 250 Mrd. Streams auf Youtube im selben zeitraum.

Die Labumverkäufe sind niedrig wie nie. So hat z.B. das neuste Album von Rihanna, Talk That Talk, die Nummer Eins der Album Charts erreicht, und das mit nur  9,578 Physical und Digital verkauften Einheiten, ein bisheriger Niedrigrekord zum Einstieg auf Platz eins.

Für Großbritanien, als einer der Hauptbrutstätten für neue Künstler und Bands bedeutet das einen Rückgang der Band. die „es schaffen“, wenn man Verkäufe als ein Kriterium dafür nimmt.

Sind Alben Konzepte einfach nicht mehr das, wnach der Konsument verlangt? Und besteht die Chance, dass Digital den Rückgang der Verkäufe kompenseren kann? Zwar sind die digitalen Verkäufe der großen Alben auch rückläufig, aber die Single Track Downloads sind um 6% und die digitalen Verkäufe der kleineren Alben sind um 17% gestiegen…

 

Nov 062012
 

Online Piraterie im Musik- Film und Software Business ist nach wie vor ein großes Thema. Die Zeiten von Napster als P2P Plattform sind vorbei, wo die User aus fast altrusistischen Motiven ihre Files geshared haben (ok, das ist jetzt etwas romatisch verklärt).

Piraterie heute ist weitaus komplexer, es gibt nicht die Contentindustrie auf der einen und die bösen P2P Plattformen auf der anderen Seite, vielemehr gibt es viele Gruppen und Firmen und auch User, die davon profitieren. Auf der anderen Seite die Contentinhaber, deren Interessensvertretern und dazwischen große Internetfirmen, die an allem verdienen.

Zusammengefasst in dieser schönen Infografik, die einen Einblick in die Komplexität der Beziehungen gibt.

Viel Spass!