Dez 122012
 

Der Siegeszug der neuen Streamingservices ist ungebrochen. Spotify kündigte letzte Woche in Steve Jobs Manier mit der Unterstützung von Metallica auf einem Launchevent, weltweit übertragen per Streaming zu lokalen Business Events, ihren neuen Client Social 2.0 an und sorgte jüngst mit ihrer Kooperation mit deer deutschen Telekom für Furore (diese bietet Spotify im Pakte auf T-Mobile an. Der Clou: Das Datenkontingent bleibt vom Spotify Traffic unberührt). Deezer baut seine Territorien weiter aus, der relativ junge Service Juke, betrieben von der deutsch/dänischen Firma 24-7, die schon seit Jahren in Dänemark den mobilen Streaming Service auf  TDC betreibt, wirbt mit einer Kooperation mit SONOS, und bietet den Sonos 3 Player inklusive Bridge und 6 Monate JUKE im Paket an.

In der Musikindustrie sind diese neuen Formate nicht immer auf Gegenliebe gestoßen, insbesondere große Künstler kritisierten die auf den ersten Blick niedrige Vergütung, aber der Auftritt von Metallica bei der Spotify Veranstaltung  letzte Woche zeigt einen Paradigmenwechsel. So scheinen die großen Streaming Services sich finanziell schon zu rechnen, fristen in Deutschland aber noch ein Nischendasein. Liegt die mangelnde Populärität an dem angeblich in Deutschalnd so verankerten „Besitzstreben“ von Dingen, also auch von Musik? Oder ist Streaming in Deutschland mit seinen ganzen technischen Einschränkungen einfach zu nischig und kompliziert, hört der heutige Musikkonsument immer noch lieber im Wohnzimmer auf der Stereoanlage seine Musik, als mobil oder am Rechner? Und wie ließe sich das ändern?

Sonos Setup ScreenshotFakt ist, dass Napster zwar weit entfernt vom Massenpublikum ist, aber dennoch seit Beginn an solide Nutzerzahlen zu verzeichnen hat. Und mit der zunehmenden Mobilisierung von Musik und auch den neuen Hardwarekonzepten zur Nutzung von digitaler Musik abseits des Rechners, scheint sich das Tor zu einem großes Marktpotential zu öffnen. U.a. bietet SONOS  als Hardwarehersteller ein System an, was die verschiedensten digitalen Services integriert hat und auch andere Bibliotheken wie ITUNES abspielen kann und auch als Streamingclient von Musibibliotheken im Heimnetzwerk fungieren kann. Pünktlich zu Weihnachten ( 🙂 )hab mir schonmal ein Geschenk in Form eines Sonos Play:5 All-in-one-Player (mit 5-Wege-Lautsprechersystem) mit Brigde (dem Sonos eigenen WLAN Transmitter) gemacht, um mal zu testen, wie digitaler Musikkonsum außerhalb der Computerumgebung funktioniert.

Von Null auf Hundert in 2 Minuten – Das Sonos Setup

Die Installation ist denkbar einfach, zuerst wird die Sonos Software auf einem Endgerät installiert, entweder auf einem PC oder

MAC oder auf einem IOS oder Android Device als App. Dann wird die Bridge ans Stromnetz und per LAN Kabel an den Router angeschlossen. Die Bridge dient dazu, die Sonos Geräte wireless zu betreiben. Natürlich lässt sich der Play:5 auch direkt per Kabel mit dem Router verbinden.

Nun werden Bridge, Play:5 und die App miteinander synchronisiert. Dazu muss man eine Tastenkombination auf dem Sonos und der Bridge innerhalb von zwei Minuten betätigen. Damit st das Grundsetup bereits beendet und es lassen sich schon die Internet Radio Funktionalitäten nutzen. Darüberhinaus lässt sich direkt auf itunes Bibliotheken zugreifen auf dem lokalen Rechner oder im Netzwerk. Auch ein NAS Laufwerk im Netzwerk kann als Streamingserver genutzt werden.

Das ist auch die Funktionalität von Konkurrenzprodukten im Home Hifi Bereich. Was SONOS von der Konkurrenz unterscheidet, ist die Unterstützung der aktuellen Streaming Dienste, wie AUDIBLE (Hörbuch), Napster, Spotify, Juke, Rdio, Deezer, Aupeo!, Dar.fm, Last.fm, Simfy, Stitcher Smart Radio, WIMP und Wolfgang’s Vault.

Unter Sonos Labs lassen sich auch neure Kandidaten testen. Das Steup der Services ist denkbar einfach, nur das Service Symbol anklicken, Username und Passwort eingeben, wenn ein account vorhanden ist, und schon ist der Service gelistet.

Über das Musikmenü kann man nun auf einen abgespeckten Editorial Bereich des Services zugreifen, sowie auf die eigenen Playlisten. Der Aufbau ist bei allen Services ähnlich. Vielleicht wird das in den nächsten Updates der Sonos App ausgebaut.

Die Sonos eigene Fernbedienung mit Touch Screen soll etwas komfortabler sein. Alles in allem ein runden Musikvergnügen. Gerade das Setup mit mehreren Geräten in verschiedenen Räumen hat seinen Reiz. Über die App bzw. Fernebdienung lassen sich alle Geräte steuern und man kann auswählen, wo, welche Musik laufen soll oder Weckmusik eingerichtet werden soll zu einem bestimmten Zeitpunkt. Für einen wirklichen Stereoeinsatz sind zwei baugleiche Geräte in einem Raum anzuordnen. Die Bridge erkennt diese und sie lassen sich per App als Stereopaar aufsetzen. Zu beachten ist, dass die Geräte permnt am Netz hängen, offiziell zieht der Play:5 6,5 Watt im Ruhezustand, eigene Messungen mit einem haushaltsüblichen Stromzähler haben 22 Watt ergeben. Wer das nicht möchte, muss die Geräte zwischendurch vom Netz nehmen.

Fazit: Ein prima Weihnachtsgeschenk, von der Bedienung her wohl der beste Home Hifi Streaming Player zu Zeit mit guten Sound. Für die neuen und alten Streamingservice eine große Chance für den Einzug in die Wohnzimmer und für den User ein nahezu perfektes Musikvergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Es besteht der Drang nach mehr Geräten zu vollständigen Abdeckung des Haushalts! 🙂

Der Sonos:3 Player gibt es zur Zeit für 299€ incl. Bridge und Juke 6 Monatsabo auf Sonos.com. Der Sonos:5 Player kostet zur Zeit 369€ auf amazon.de.

 

 

 

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  2 Responses to “SONOS Praxistest – Wie laufen Spotify, Deezer, Juke und Co. auf den SONOS Systemen”

  1. Danke für den Artikel.
    Was mich (und wahrscheinlich auch noch viele andere) interessieren würde: wie bekommt man das Streaming-Angebot z.B. von Pandora auf seine Sonos-Boxen? Normalerweise sind ja Wege über amerikanische VPN-Dienste oder Proxy-Server eine gängige Methode, solche Streaming-Servicedienste zu nutzen. Aber – wenn nicht über einen VPN-fähigen Router – wie könnte ich denn meinen nicht-amerikanischen Wohnsitz trotzdem pandora-kompatibel machen?

    Über jede Idee erfreut,
    Michael

    • Hallo Michael,

      um VPN wirst du nicht herumkommen, wenn dein outer nicht VPN fähig ist, muss das Abspieldevice es sein. Sonos kann das meiner Meinung nach nicht abbilden, also bleibt nur noch die Möglichkeit einen Rechner über den Audioeingang zu verbinden oder aber ein iOS device (pad, pod oder phone) über Airplay auf dem Sonos abspielen zu lassen.

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